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Auftakt für eine sächsisch-thüringische Kooperation in der Automobilforschung

Auftakt für eine sächsisch-thüringische Kooperation in der Automobilforschung

Thüringer Delegation besucht die TU Chemnitz

Vor wenigen Tagen, am 26. März, war eine Thüringer Delegation zu Gast an der TU Chemnitz, der neben Vertretern des Thüringer Wirtschaftsministeriums (TMWWDG) und des Thüringer ClusterManagement in der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) wichtige Akteure der Thüringer Automobillandschaft angehörten.

CATI-Studie und ‚Automotive Agenda Thüringen’ als Ausgangspunkt

Auslöser dieses als ‚Learning journey’ konzipierten Besuchs waren die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen einer ‚Tiefenanalyse der Thüringer Automobilzulieferindustrie’, die das Chemnitz Automotive Institute (CATI), Geschäftsbereich der TUCed – An-Institut für Transfer und Weiterbildung GmbH an der TU Chemnitz im Jahr 2018 in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk automotive thüringen erarbeitet hatte. Eine Studie, die dem Thüringer Wirtschaftsministerium als wichtiger Input für eine ‚Automotive Agenda’ diente, durch die der automobile Strukturwandel unterstützt werden soll. Zu den Maßnahmen dieser Agenda gehört auch das Ziel, in wichtigen Zukunftsfeldern überregionale Kooperationen auszuloten und zu intensivieren. Die CATI-Studie unter Regie von Prof. Werner Olle hatte hierbei insbesondere auf die Felder Strukturleichtbau und Brennstoffzelle verwiesen.

Strukturleichtbau im Fokus

Prof. Lothar Kroll stellte den Thüringer Gästen die Entwicklung und weit gefächerte Kompetenz der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung vor und die mit seiner Professur verbundenen Aktivitäten in weiteren Instituten und Forschungs-verbünden. „Die Zukunft des automobilen Leichtbaus wird zwangsläufig durch eine Weiterentwicklung vom Material- zum Strukturleichtbau geprägt. Dem hybriden und funktions-integrativen Leichtbau gehört die Zukunft“, so Prof. Lothar Kroll im Fazit seiner Ausführungen. Dieser Trend wird durch neue Fahrzeugarchitekturen der nächsten Generation von Elektro-fahrzeugen noch verstärkt.

Brennstoffzelle bleibt Bestandteil der Elektromobilität

Ungeachtet der gegenwärtigen Fokussierung auf eine batterie-basierte Elektromobilität bleibt die Brennstoffzelle mittel- und langfristig eine technisch machbare, wirtschaftlich und ökologisch vorteilhafte Alternative“. Mit dieser Schlussfolgerung verwies Prof. von Unwerth, Professur für alternative Fahrzeugantriebe, auf die Notwendigkeit, in einem High-Tech-Land wie Deutschland sich diese Technologieoffenheit zu bewahren. Mit Industriepartnern wird in einem Netzwerk daran gearbeitet, die gesamte Wertschöpfungskette technisch zu beherrschen und abbilden zu können.

Infrastrukturen von MERGE und Fraunhofer IWU

Neben diesen Fachvorträgen bildeten die Rundgänge im gastgebenden Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU, eingeleitet durch einen Vortrag von Dr. Philipp Klimant, und im MERGE Technology Center weitere Höhepunkte. Grundlagenforschung und die Industriali-sierung von Forschungsergebnissen in zukunftsweisenden Fertigungsprozessen gehen hier erkennbar Hand in Hand.

Schlussfolgerungen

Die Thüringer Delegation – so Thomas Müller, Referatsleiter im Thüringer Wirtschaftsministerium in seinem Schlusswort – wird zunächst die gewonnenen Eindrücke auswerten und thematische Ansatzpunkte für eine vertiefte Zusammenarbeit der Akteure in Forschung und Wirtschaft identifizieren. Mögliche Kooperationsansätze sollen dann Gegenstand einer Folge-veranstaltung in Thüringen werden, in der u.a. auch mögliche Projektideen zu konkretisieren sind. Ziel sollte sein, noch in diesem Jahr den Grundstein für ein erstes gemeinsames Einstiegsprojekt von Akteuren aus Sachsen und Thüringen zu legen.