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CATI-Studie zur Automobilzulieferindustrie in Thüringen auf dem Weimarer Wirtschaftsforum der Öffentlichkeit vorgestellt

CATI-Studie zur Automobilzulieferindustrie in Thüringen auf dem Weimarer Wirtschaftsforum der Öffentlichkeit vorgestellt

Das Weimarer Wirtschaftsforum ist in Thüringen der wirtschaftspolitische Jahreskongress schlechthin. Dass in diesem Rahmen die Studie des Chemnitz Automotive Institute (CATI) durch Prof. Olle erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte, unterstreicht die hohe Bedeutung der Studie für das Thüringer Wirtschaftsministerium .
Mehr noch: die Studie wurde zur Grundlage für eine ‚Automotive Agenda Thüringen’, die durch Thüringens Wirtschaftsminister Tiefensee ebenfalls auf dem Weimarer Wirtschaftsforum vorgestellt wurde.

Wir zitieren aus einer Medieninformation des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft (TMWWDG) vom
10. September 2018:

Studie sieht mehr Chancen als Risiken für Automobil-standort Thüringen / Land legt „Automotive Agenda Thüringen“ vor / 9. Weimarer Wirtschaftsforum mit rund 400 Teilnehmern

Thüringen kann trotz des voranschreitenden Transformationsprozesses mit einem weiteren Beschäftigungsaufbau in der Automobilindustrie rechnen. Das sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee heute beim 9. Weimarer Wirtschaftsforum mit Blick auf eine vom Land beauftragte Studie des Chemnitz Automotive Institute (CATI) zu „Mög¬lichkeiten der Zukunftssicherung für die Automobilzulieferindustrie in Thüringen“. „Die Thüringer Kfz-Branche kann vom Umbruch profitieren, wenn Industrie und Politik sich rechtzeitig auf die Veränderungen einstellen und jetzt gemeinsam die Weichen stellen“, sagte Tiefensee. Dazu legte der Minister heute eine „Automotive Agenda Thüringen“ vor, die die Handlungsfelder und erste konkrete Maßnahmen beschreibt. Das Strategiepapier ist auf Grundlage der CATI-Studie im Rahmen des bereits im letzten Jahr gestarteten „Branchendialogs Automobil“ gemeinsam mit Wirtschaft, Gewerkschaften und Unternehmerverbän¬den entwickelt worden.

Die Automobilindustrie in Thüringen ist eine Wachstumsbranche, deren Umsätze seit 2010 um 28 Prozent und deren Beschäftigtenzahlen um 17 Prozent gestiegen sind, sagte Professor Werner Olle, Studienleiter und Direktoriumsmitglied des CATI: „Sie hält damit Schritt mit dem Wachstum der deutschen Automobil¬industrie insgesamt.“ In seiner Studie hat das CATI die spezielle Situation der Thüringer Automobilbranche vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen und Trends analysiert. Die Analyse wertet Daten von 172 Zulieferunterneh¬men mit ca. 40.000 Beschäftigten aus. Ausgehend davon stellt das CATI der Automobilwirtschaft im Freistaat eine positive Entwicklungsprognose aus. Bis zum Jahr 2030 könnten mit der Entstehung neuer Märkte, Produkte und Pro¬zesse bis zu 5.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen – ein Plus von gut zwölf Prozent. Dem stehen im selben Zeithorizont mögliche Arbeitsplatz¬risiken von knapp 4.000 Jobs (-9,8 Prozent) gegenüber. „Die Chancen des Strukturwandels überwiegen die Risiken“, sagte Tiefensee. „Das ist erst einmal eine gute Nachricht für die Automobil¬branche in Thüringen.“

Um die Chancen zu nutzen und die potentiellen Risiken zu minimieren, legte der Wirtschaftsminister heute zugleich eine „Automobile Agenda Thüringen“ vor. Diese beschreibt, ausgehend von der CATI-Studie und dem dort beschriebenen Handlungsbedarf, acht wichtige Handlungsfelder für Wirt¬schaft und Politik in Thüringen und erste konkrete Maßnahmen.

Der Strukturwandel in der Automobilindustrie ist ein evolutionärer Prozess, dem wir nicht hilflos ausgeliefert sind, sondern der gestaltet werden kann“, sagte Tiefensee. Das sei das wichtigste Fazit der heute vorgestellten CATI-Studie. Die neuen Trends und Herausforderungen seien Chance und Risiko zugleich. „Ein positiver Ausgang ist deshalb kein Selbstläufer – aber wir haben es selbst in der Hand, die Entwicklung positiv zu beeinflussen.“

Dabei zielen die Maßnahmen der „Automotive Agenda“ darauf ab, einerseits den Bestand zu sichern und Risiken zu minimieren und andererseits neue Wachstumsmärkte für Thüringer Unternehmen zu erschließen. Solche neue Wachstumsmärkte sieht Studienleiter Olle insbesondere in Feldern, die eine Integration von in Thüringen vorhandenen Kompetenzen und Technologien erfordern. „Wachstumspotentiale eröffnen sich z.B. beim Interieur künftiger Fahrzeuge, in dem neue Materialien, smarte Oberflächen und neue Funktio-nalitäten miteinander verbunden werden“, so Olle. Auch im technologisch komplexen Feld des autonomen Fahrens, in dem auf dem Weg zum „sehen¬den Auto“ die Integration von Elektronik/Sensorik, Software und optischen/ photonischen Technologien eine hohe Bedeutung zukommt, sei Thüringen gut aufgestellt.

Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt ist aus Sicht des Wirtschaftsministers eine stärkere Zusammenarbeit der vielen kleinen und mittelständischen Unterneh¬men in Thüringen. Auch darauf wolle man mit der „Automotive Agenda Thü¬ringen“ hinwirken. „Die Zukunft für die Thüringer Branche liegt in einer regel¬mäßigen, projektbezogenen Kooperation“, sagte Tiefensee. Nur durch eine kooperative und damit höhere Wertschöpfung werde es der Branche gelin¬gen, ausreichend Innovations- und Investitionskraft zu entfalten, um die anstehenden Umbrüche zu bewältigen. Das Land unterstütze diese Bemühun¬gen schon heute beispielsweise durch die Förderung der Verbundforschung und die Schaffung digitaler Plattformen.


Eine Kurzfassung der Studie kann in der Rubrik ‚Studien und Vorträge’ angefordert werden.


Eindrücke zum Weimarer Wirtschaftsforum vermittelt der MDR unter dem Link https://www.mdr.de/mediathek/video-229622_zc-89922dc9_zs-df360c07.html