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Der Anfang ist gemacht – Bausteine zur Digitalisierung mittelständischer Unternehmen

Der Anfang ist gemacht - Bausteine zur Digitalisierung mittelständischer Unternehmen

Das Mittelstand 4.0 – Kompetenzzentrum Chemnitz hat zur Aufgabe, mittelständische Unternehmen auf dem Weg zur Industrie 4.0 durch Informations-, Qualifizierungs- und Umsetzungsleistungen zu unterstützen. Das Chemnitz Automotive Institute (CATI) hat als einer der insgesamt 5 Konsortialpartnern des Zentrums nun ein erstes Umsetzungsprojekt auf den Weg gebracht und konzeptionell abgeschlossen.

 ‚Viele Unternehmen wissen, dass etwas getan werden muss, aber nicht, wo und wie sie anfangen sollen’. Dieser Kernsatz des langjährigen Fraunhofer-Präsidenten Hans-Jürgen Bullinger zum Thema Industrie 4.0 trifft vorzüglich die Situation in der mittelständischen Industrie. Hier kommt es in der Tat darauf an, zukunftsorientierte kleine Schritte zu gehen, mit messbarem Nutzen, nicht irgendwann, sondern JETZT.

Mit der Zeibina Kunststoff-Technik GmbH in Puschwitz in der Lausitz sind wir auf einen mittelständischen Industriepartner aufmerksam geworden, der sich produktseitig durch hohe Flexibilität und Qualität vorzüglich im Wettbewerb behauptet, jetzt aber Handlungsbedarf im innerbetrieblichen Digitalisierungsprozess erkannt hat. Verursacht wurde diese Erkenntnis durch pralle Auftragsbücher, die zur Produktion in 3 Schichten an 6 Tagen/Woche zwingen und den Spielraum für Nachbesserungen jedweder Art auf ein äußerstes Minimum begrenzen. Umso wichtiger ist die absolute Transparenz des gesamten Auftrags- und Produktionsprozesses möglichst zeitnah.

Im Produktionsprozess der Zeibina, die Reflektoren für Leuchten und Scheinwerfer für den Fahrzeugbau herstellt, kommt dem Prozessschritt der Metallisierung von Kunststoffteilen insofern eine Schlüsselstellung für den Gesamtprozess zu, da hier eine akribische Qualitätskontrolle nach der Bedampfung mit Aluminium oder anderen Metallen stattfindet. Derzeit werden an diesem Nadelöhr die entsprechenden Stückzahlen der Gut-Teile mit erheblichem manuellen Aufwand erfasst und stehen Qualitätsauswertungen nur zeitversetzt zur Verfügung.

Gemeinsam mit seinem Technologiepartner CARNET und den Prozessverantwortlichen vor Ort hat CATI stellvertretend für das Mittelstand 4.0 – Kompetenzzentrum Chemnitz einen Lösungsvorschlag entwickelt, der die digitale Erfassung und Auswertung dieser Qualitätsdaten in Echtzeit ermöglicht. Dabei wurden verfügbare kostengünstige Technologien ausgewählt, die skalierbar sind und auf weitere Prozessschritte übertragen werden können. Die durch das gemeinsame Projektteam empfohlene ‚Digitale Fehlersammelkarte’ könnte zudem ein erster Schritt auf dem Weg zu einer möglichen digitalen Prozessbegleitkarte sein.

Das Projekt wurde Mitte April abgeschlossen.

Metallisierung von Kunststoffteilen in der Bedampfungsanlage (Foto: ZEIBINA)

Metallisierung von Kunststoffteilen in der Bedampfungsanlage (Foto: ZEIBINA)

Übergabe der Abschlussdokumente mit detaillierter Prozessbeschreibung am 12. Mai 2017 in Puschwitz (Foto: CATI). Von links: die Eigentümerfamilie mit Dirk Zeibig (Leiter Spritzguss), Steffen Zeibig (Leiter Finanz/Controlling), Jürgen Zeibig (Vorsitzender der Geschäftsführung), Prof. Werner Olle und Hans-Eberhard Jung (CATI).

Übergabe der Abschlussdokumente mit detaillierter Prozessbeschreibung am 12. Mai 2017 in Puschwitz (Foto: CATI).
Von links: die Eigentümerfamilie mit Dirk Zeibig (Leiter Spritzguss), Steffen Zeibig (Leiter Finanz/Controlling), Jürgen Zeibig (Vorsitzender der Geschäftsführung), Prof. Werner Olle und Hans-Eberhard Jung (CATI).