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Die Automobilzulieferindustrie in Thüringen – jetzt auch im Fokus des Chemnitz Automotive Institute (CATI)

Die Automobilzulieferindustrie in Thüringen - jetzt auch im Fokus des Chemnitz Automotive Institute (CATI)

Nach der viel beachteten Gemeinschaftsstudie von CATI und dem Netzwerk Automobilzulieferer Sachsen (AMZ) zu den künftigen Trends in der Automobil-industrie und deren Auswirkungen auf die Zulieferindustrie in Sachsen, hat auch der Freistaat Thüringen eine vergleichbare ‚Tiefenanalyse zur Zukunftsfähigkeit der thüringischen Zulieferindustrie’ ausgeschrieben. Den Zuschlag hat eine Bietergemeinschaft unter Führung des Chemnitz Automotive Institute, einem Geschäftsbereich der TUCed – An-Institut für Transfer und Weiterbildung GmbH an der Technischen Universität Chemnitz erhalten.

 

Spätestens seit dem 9. März, als Prof. Dr. Werner Olle vom Chemnitz Automotive Institute Ergebnisse der Gemeinschaftsstudie dem Arbeitskreis Industriepolitik der Wirtschaftsministerkonferenz der Länder vorstellen durfte, war erkennbar, dass die Studie zur sächsischen Zulieferindustrie aufgrund ihrer Methodik und ihrer Fundierung durch unternehmensbezogene Daten auch überregional auf erhebliches Interesse stößt. Vergleichbare Studien für andere Regionen liegen bislang nicht vor, obgleich die Zukunftsfähigkeit dieser Schlüsselbranche auch in anderen Bundesländern von weitreichender Bedeutung ist.

Thüringen setzt auf einen ‚Branchendialog Automobil’
Auch in Thüringen hat die Automobilindustrie mit ca. 50.000 Beschäftigten und ca. 9 Mrd. Umsatz eine herausragende Stellung für die Wirtschaftskraft und das Arbeitsplatz-angebot in der Region.

Vor diesem Hintergrund gab der thüringische Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee auf dem 8. Weimarer Wirtschaftsforum am 22. Mai 2017 bekannt: ‚Wir starten einen breit angelegten ‚Branchendialog’ zur Zukunft der Automobil- und Zulieferindustrie in Thüringen’. Eingebunden werden sollen Unternehmen, Verbände/Kammern/Netzwerke, Gewerkschaften und betriebliche Interessenvertretungen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, um in verschiedenen dialogorientierten Formaten im Zeitraum Sept. 2017 bis zum nächsten Weimarer Wirtschaftsforum im Juni 2018 tragfähige Ideen zur Bewältigung des automobilen Strukturwandels zu entwickeln.

Dieser Prozess soll durch eine Begleitstudie (Tiefenanalyse) flankiert werden, die jetzt durch die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) in Abstimmung mit dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft (TMWWDG) an eine Bietergemeinschaft unter Führung von CATI vergeben wurde.

Bietergemeinschaft mit thüringen automotive
Eine auf unternehmensbezogenen Daten basierende Tiefenanalyse zur thüringischen Zulieferindustrie und die Mitwirkung an verschiedenen Dialogformaten bedarf der Einbindung eines starken Partners aus der Region.

Im Gefolge des Vortrags von Prof. Olle Ende Juni 2017 auf dem Branchentag Automotive in Erfurt, der jährlich durch das Netzwerk automotive thüringen mit ca. 200 Teilnehmern veranstaltet wird, wurde die Partnerschaft von CATI mit diesem Netzwerk geboren. ‚Mit dieser Partnerschaft von CATI und automotive thüringen haben wir eine Konstellation gefunden, die die Sachkompetenz aus einschlägigen Vorarbeiten mit der Kompetenz und dem Unternehmenszugang eines regionalen Branchennetzwerks verknüpft’, so der langjährige Vorstandsvorsitzende des automotive thüringen e.V. Prof. Dr.-Ing. Michael Militzer, der seit kurzem auch einen Lehrstuhl für Automobilproduktion/Automobilwirtschaft an der Technischen Universität Ilmenau innehat.

Automotive thüringen verfügt über ein Netzwerk von ca. 100 Mitgliedsfirmen mit ca. 30.000 Beschäftigten, die einen Umsatz von ca. 4,4 Mrd. € auf sich vereinen.

Was ist zu tun?
Die beauftragte Tiefenanalyse soll die zu erwartenden Strukturveränderungen in der Automobilbranche sehr detailliert für die thüringische Zulieferindustrie gegliedert nach diversen Produktbereichen und Untergruppen bewerten.

Methodisch ist vorgesehen, auf Basis einer Bestandsaufnahme durch unternehmens-bezogene Daten aus einer repräsentativen Anzahl von Unternehmen diese Ergebnisse zu clustern und für unterschiedliche Teilbereiche Stärken-Schwächen-Profile zu erarbeiten. Diese SWOT-Analyse, die durch zahlreiche Experten-Interviews unterstützt wird, soll ihrerseits Handlungsempfehlungen für unterschiedliche Adressaten ermöglichen.

Während der gesamten Projektlaufzeit ist der Schulterschluss zum Branchendialog Automobil ausserordentlich eng konzipiert. ‚Wir freuen uns auf dieses Projekt, das von Beginn an durch die intensive Nutzung von unterschiedlichen Dialogformaten den Brückenschlag zwischen Forschungsergebnissen und den Anforderungen und Handlungs-möglichkeiten regionaler Betreiber und Entscheider ermöglicht’, so Prof. Olle, der seitens CATI das Projekt leiten wird.