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Digitalisierung/Industrie 4.0 im Mittelstand – Visualisierung in Echtzeit als ‚Türöffner’

Digitalisierung/Industrie 4.0 im Mittelstand – Visualisierung in Echtzeit als ‚Türöffner’

Die Umsetzung von Elementen einer Industrie 4.0 erfolgt gerade in mittelständischen Unternehmen häufig nur zögerlich, da zwei elementare Voraussetzungen bisher nicht oder nur unzulänglich erfüllt sind: der erkennbare und zeitnah zu erwartende wirtschaftliche Nutzen und die Akzeptanz einer jederzeit sichtbaren Transparenz von Prozessdaten bei allen Beteiligten (Führungsebene und Belegschaft). Ohne die Überwindung dieser z. T. mentalen Barrieren wird Industrie 4.0 im Mittelstand nicht gelingen. Doch wie kann man dieser Problemstellung begegnen?

Das Netzwerk automotive thüringen, unterstützt vom Chemnitz Automotive Institute (CATI), hat sich dieses Themas angenommen und am 11. April einen Praxis-Workshop bei einem Automobilzulieferer (Meleghy Automotive in Gera) durchgeführt. Das Werk bietet neben modernsten Anlagen einen hohen Grad der Digitalisierung zur Optimierung verschiedenster Prozesse von der Programmplanung bis hin zur innerbetrieblichen Logistik. Echtzeit-basierte Informationen werden durchgängig genutzt – in der Planung, im Leitstand, in der Fertigung. An jeder Presse und jeder Fügestation befinden sich Displays, die im Wechsel volumen- und qualitätsrelevante Informationen anzeigen. Dazu gehören u. a. Volumenzähler und Hubzahlen, Hochrechnungen mit Prognostik oder Visualisierungen von qualitätssensitiven Bereichen der unterschiedlichen Teile. Diese Visualisierungslösungen wurden durch Instandhaltungsmitarbeiter selbst entwickelt und stufenweise zum Einsatz gebracht.

Die vorgestellte und mit Teilnehmern aus anderen Unternehmen diskutierte Echtzeit-Visualisierung wird als ein vielversprechender Weg angesehen, mentale Barrieren einer Digitalisierung/Industrie 4.0 zu überwinden. Echtzeit-Visualisierung ist auf einen Blick verständlich, ist ein unabhängiges prozessorientiertes Instrument und ist für Alle im Unternehmen verfügbar. Sie unterstützt bei der Verbesserung der Prozessqualität, der Reduzierung von Risiken und führt im Ergebnis zu einer Effizienzsteigerung.

„Das Thema Echtzeit-Visualisierung ist eine sehr gut geeignete Plattform für neue, wertbringende Impulse für mittelständische Unternehmen. Wir werden dies zu einem Thema für den Wissens- und Knowhow-Austausch zwischen den mehr als 100 Mitgliedsfirmen unseres Netzwerkes machen“, so Rico Chmelik, der Geschäftsführer von automotive thüringen.

Das Thema ‚Echtzeit-Visualisierung am Arbeitsplatz’ ist Inhalt eines in Kürze erscheinenden Fachbeitrages in der Reihe ‚Nachgelesen’ des Mittelstand 4.0 – Kompetenzzentrum Chemnitz (Autoren: Prof. Dr. Werner Olle und Dietke Clauß).

(Bild: Meleghy Automotive)